Ein Businessplan ist für einen Agrotourismusbetrieb in Deutschland 2026-2027 unverzichtbar, da diese Branche besondere Anforderungen an Unternehmensplanung, Finanzierung und Risikomanagement stellt. Die Verbindung von Landwirtschaft und Tourismus – etwa durch Unterkünfte, Hofläden oder Mitmach-Angebote – eröffnet Landwirten neue Einkommensquellen und macht sie unabhängiger von Agrarpreisen. Gleichzeitig erfordert die Vielfalt an Aktivitäten, Zielgruppen und Preismodellen eine sorgfältige Marktanalyse sowie eine präzise Gewinn- und Verlustrechnung. Unser aktualisierter Leitfaden für den deutschen Markt zeigt praxisnah, wie Sie mit einem fundierten Businessplan Ihren Agrotourismusbetrieb erfolgreich aufbauen und steuern. In den folgenden Kapiteln erfahren Sie, wie Sie Chancen und Risiken bewerten, Finanzierung sichern und alle wichtigen Kennzahlen (wie Cashflow und KPI) im Blick behalten – ein Muss für Gründer und Unternehmer, die nachhaltigen Erfolg anstreben.
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Executive summary im businessplan für einen agrotourismusbetrieb: aufbau, ziele und kennzahlen
Wesentliche bestandteile einer executive summary für agrotourismus
Die Executive Summary ist das Herzstück eines jeden Businessplans für einen Agrotourismusbetrieb. Sie bietet einen kompakten Überblick über das Geschäftskonzept, die Zielsetzung und die wichtigsten Erfolgsfaktoren. Im Bereich Agrotourismus steht die Verbindung von traditioneller Landwirtschaft und touristischen Angeboten im Mittelpunkt. Gäste erhalten die Möglichkeit, das authentische Landleben zu erleben, indem sie auf einem aktiven Bauernhof übernachten und an typischen Hofaktivitäten teilnehmen. Die Executive Summary sollte klar herausstellen, wie der Betrieb Erholung auf dem Land mit Erlebniswert und Nachhaltigkeit verbindet und damit eine attraktive Zusatz-Einnahmequelle für Landwirte schafft.
Smart-ziele für einen agrotourismusbetrieb
Für einen erfolgreichen businessplan agrotourismusbetrieb sind SMART-Ziele (spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch, terminiert) unerlässlich. Typische Ziele könnten sein:
- Belegungsrate von mindestens 60 % im ersten Betriebsjahr erreichen, um eine solide Auslastung der Unterkünfte zu gewährleisten.
- Umsatz von 80.000 € im ersten Jahr durch Übernachtungen, Hofladen und Erlebnisangebote generieren.
- Gästezufriedenheit von mindestens 4,5 von 5 Sternen bei Online-Bewertungen innerhalb der ersten 12 Monate erzielen.
- Wiederbuchungsrate von 20 % im zweiten Jahr erreichen, um Stammkunden zu gewinnen.
Diese Ziele sind klar definiert und können regelmäßig überprüft werden, um den Erfolg des Betriebs zu messen und gezielt zu steuern.
Geschäftsmodell und zielgruppe im überblick
Das Geschäftsmodell eines Agrotourismusbetriebs basiert auf der Kombination von Unterkunftsangeboten (z.B. Ferienwohnungen, Gästezimmer) und Erlebnisaktivitäten wie Füttern von Tieren, Mithelfen bei der Ernte oder Verkostung regionaler Produkte. Ergänzend können ein Hofladen oder ein Hofcafé betrieben werden, um zusätzliche Einnahmen zu erzielen. Die Zielgruppe sind vor allem Familien, die Ruhe, Natur und authentische Erlebnisse suchen.
Die Preisgestaltung orientiert sich am Markt: Im Durchschnitt liegen die Preise bei 50–85 € pro Person und Nacht, abhängig von Ausstattung und Saison. Damit ist der Betrieb sowohl für preisbewusste als auch für anspruchsvollere Gäste attraktiv.
Wichtige kpis für den agrotourismusbetrieb
Um den Erfolg eines Agrotourismusbetriebs zu messen, sind bestimmte Key Performance Indicators (KPIs) entscheidend:
- Belegungsrate: Anteil der vermieteten Betten oder Zimmer an der Gesamtkapazität.
- Durchschnittserlös pro Gast: Gesamter Umsatz geteilt durch die Anzahl der Gäste.
- Gästezufriedenheit: Bewertungsdurchschnitt auf Online-Plattformen.
- Umsatz aus Zusatzangeboten: Einnahmen aus Hofladen, Café oder Erlebnisaktivitäten.
Diese Kennzahlen ermöglichen eine laufende Erfolgskontrolle und helfen, den Betrieb gezielt weiterzuentwickeln. Durch regelmäßige Test- und Verbesserungszyklen (z.B. Anpassung der Angebote oder Preisstruktur) kann der Agrotourismusbetrieb flexibel auf Marktveränderungen reagieren und seine Ziele nachhaltig erreichen.

Marktanalyse für den businessplan agrotourismusbetrieb: zielgruppen, trends und wettbewerbsumfeld
Marktsegmentierung: zielgruppen im deutschen agrotourismus
Ein Agrotourismusbetrieb spricht verschiedene Zielgruppen an, die im Businessplan klar definiert werden sollten. Die wichtigste Zielgruppe sind Familien, die Ruhe, Natur und ein authentisches Landerlebnis suchen. Sie schätzen insbesondere Angebote wie das Füttern von Tieren, Mithelfen bei der Ernte oder gemeinsame Aktivitäten auf dem Hof. Auch Paare nutzen Agrotourismus-Angebote, oft mit Fokus auf Erholung, Wellness und regionale Kulinarik. Ein weiteres wachsendes Segment ist der Bildungstourismus: Schulklassen oder Gruppen, die Landwirtschaft und Nachhaltigkeit vor Ort erleben möchten. Für den Businessplan Agrotourismusbetrieb ist es entscheidend, die Angebote auf diese Segmente abzustimmen, etwa durch spezielle Familienpakete, romantische Wochenenden oder Bildungsprogramme.
Aktuelle trends: nachhaltigkeit und regionalität als erfolgsfaktoren
Der Agrotourismusmarkt in Deutschland wird 2026–2027 stark von den Trends Nachhaltigkeit und Regionalität geprägt. Gäste legen zunehmend Wert auf umweltfreundliche Unterkünfte, regionale Produkte und authentische Erlebnisse. Aktivitäten wie das Verarbeiten von Obst und Gemüse zu Marmelade oder Käse, der Einkauf im Hofladen oder das gemeinsame Kochen mit regionalen Zutaten sind besonders gefragt. Für den Businessplan bedeutet das, dass Investitionen in nachhaltige Betriebsführung und die Direktvermarktung von Hofprodukten klare Wettbewerbsvorteile bieten. Die Preisgestaltung orientiert sich an der Qualität des Angebots: Der Durchschnittspreis liegt bei etwa 50–85 € pro Person und Nacht, abhängig von Ausstattung und Service.
Wettbewerbsumfeld und markteintrittsbarrieren
Das Wettbewerbsumfeld im Agrotourismus ist regional unterschiedlich ausgeprägt. In beliebten Urlaubsregionen gibt es bereits zahlreiche Anbieter, die mit individuellen Konzepten und authentischen Erlebnissen um Gäste werben. Neueinsteiger müssen sich daher klar positionieren, etwa durch besondere Aktivitäten, hochwertige Unterkünfte oder innovative Vermarktungskanäle. Zu den Markteintrittsbarrieren zählen neben den Investitionskosten für Umbau und Ausstattung auch behördliche Auflagen und die Notwendigkeit, ganzjährig attraktive Angebote zu schaffen. Ein Businessplan Agrotourismusbetrieb sollte diese Faktoren realistisch berücksichtigen und Strategien zur Differenzierung entwickeln.
Ein gut vorbereiteter Businessplan für Agrotourismusbetrieb unterstützt nicht nur Finanzierungsanträge, sondern dient auch als praktischer Fahrplan für die tägliche Entscheidungsfindung.
Nachfrageschätzung und hauptrisiken
Die Nachfrage nach Agrotourismus-Angeboten bleibt in Deutschland stabil, mit Potenzial für weiteres Wachstum durch die anhaltende Sehnsucht nach Natur und Nachhaltigkeit. Für die Planzahlen im Businessplan empfiehlt sich eine konservative Schätzung, die saisonale Schwankungen und regionale Unterschiede einbezieht. Hauptrisiken bestehen in Wetterabhängigkeit, möglichen Ernteausfällen und der Abhängigkeit von kurzfristigen Buchungen. Um diese Risiken zu minimieren, sollten Test- und Verbesserungszyklen eingeplant werden, etwa durch die Einführung neuer Angebote oder die Anpassung der Preisstruktur. Ein solider Businessplan Agrotourismusbetrieb berücksichtigt diese Herausforderungen und entwickelt flexible Strategien für eine nachhaltige Unternehmensführung.

Produkt- und dienstleistungsangebot im agrotourismusbetrieb: vielfalt, preisgestaltung und vertrieb
Vielfältige angebote: unterkunft, aktivitäten und hofladen
Ein Agrotourismusbetrieb kombiniert klassische Landwirtschaft mit touristischen Dienstleistungen und schafft so ein einzigartiges Erlebnis für seine Gäste. Das Produktangebot umfasst in der Regel verschiedene Unterkunftsarten – von rustikalen Zimmern bis hin zu modernen Ferienwohnungen oder Fincas mit Pool und Spa. Die Gäste erhalten nicht nur eine Übernachtungsmöglichkeit, sondern erleben auch den authentischen Alltag auf dem Bauernhof. Typische Aktivitäten sind das Füttern von Tieren, Reiten, Melken, die Teilnahme an der Ernte von Obst und Gemüse oder die Verarbeitung zu regionalen Produkten wie Käse, Wein oder Marmelade.
Ergänzt wird das Angebot häufig durch einen Hofladen oder ein Hofcafé, in dem eigene und regionale Produkte direkt vermarktet werden. Auch Events wie Hoffeste, Ernteaktionen oder Kochkurse sind beliebte Zusatzleistungen, die das Portfolio abrunden und zusätzliche Einnahmequellen schaffen.
Preisgestaltung und zielgruppenorientierung
Die Preisgestaltung im Agrotourismus orientiert sich an der Ausstattung, dem Umfang der Leistungen und der Zielgruppe. Durchschnittlich liegen die Preise für eine Übernachtung auf dem Bauernhof zwischen 50 und 85 Euro pro Person und Nacht. Familien, die Ruhe und Natur suchen, stellen eine wichtige Zielgruppe dar. Für sie können spezielle Familienpakete oder Rabatte für Kinder angeboten werden. Auch saisonale Angebote, wie Erntewochen oder Themenwochenenden, ermöglichen eine flexible Preisstruktur und sprechen unterschiedliche Gästebedürfnisse an.
Die Zusatzleistungen – etwa geführte Aktivitäten, Reitstunden oder Workshops zur Herstellung regionaler Produkte – bieten Potenzial für Upselling. Gäste, die bereits eine Unterkunft gebucht haben, können vor Ort oder im Buchungsprozess gezielt auf diese Angebote hingewiesen werden.
Vertriebskanäle und customer journey
Für einen erfolgreichen businessplan agrotourismusbetrieb ist die Auswahl der Vertriebskanäle entscheidend. Die eigene Website dient als zentrale Plattform für die Präsentation des Angebots, die Buchung und die Kommunikation mit den Gästen. Ergänzend werden Buchungsplattformen genutzt, um eine größere Reichweite zu erzielen und neue Zielgruppen zu erschließen. Die Direktvermarktung – etwa über den Hofladen oder regionale Netzwerke – stärkt die Bindung zu lokalen Kunden und erhöht die Wertschöpfung.
Die Customer Journey beginnt meist mit der Informationssuche im Internet. Eine ansprechende Website mit authentischen Bildern, transparenten Preisen und Buchungsmöglichkeiten ist daher essenziell. Nach der Buchung erhalten Gäste idealerweise personalisierte Informationen zu Aktivitäten und Zusatzangeboten. Während des Aufenthalts sorgen individuelle Betreuung und die Möglichkeit, spontan an Aktivitäten teilzunehmen, für ein positives Erlebnis. Nach dem Aufenthalt können Feedback und Angebote für einen erneuten Besuch die Kundenbindung stärken.
Upselling und cross-selling: zusatzerlöse gezielt generieren
Ein Agrotourismusbetrieb bietet zahlreiche Möglichkeiten für Upselling und Cross-Selling. Gäste können beispielsweise bei der Buchung oder vor Ort zusätzliche Leistungen wie Reitstunden, geführte Wanderungen oder Workshops buchen. Im Hofladen lassen sich regionale Produkte, die während des Aufenthalts kennengelernt wurden, direkt verkaufen. Auch Gutscheine für zukünftige Aufenthalte oder Events sind attraktive Cross-Selling-Produkte. Durch gezielte Angebote und persönliche Empfehlungen können so die Umsätze pro Gast gesteigert und die Wirtschaftlichkeit des Betriebs nachhaltig verbessert werden.
- Beispiel für Upselling: Ein Gast bucht eine Ferienwohnung und entscheidet sich vor Ort für ein zusätzliches Frühstück mit hofeigenen Produkten.
- Beispiel für Cross-Selling: Nach einer geführten Ernteaktion kauft die Familie im Hofladen Marmelade und Käse, die sie selbst mit hergestellt hat.
Durch die Kombination aus authentischem Erlebnis, vielfältigen Angeboten und einer durchdachten Preis- und Vertriebspolitik schafft der Agrotourismusbetrieb nicht nur ein attraktives Angebot für Gäste, sondern auch eine stabile wirtschaftliche Grundlage für den landwirtschaftlichen Betrieb.

Betriebsplan und organisation für einen erfolgreichen agrotourismusbetrieb
Zentrale prozesse und pre-launch-checkliste
Ein Businessplan Agrotourismusbetrieb legt besonderen Wert auf die Organisation der zentralen Betriebsprozesse. Im Mittelpunkt steht die Verbindung von landwirtschaftlicher Produktion und touristischer Dienstleistung. Zu den Kernprozessen zählen die Bereitstellung von Unterkünften (z.B. Ferienwohnungen oder Gästezimmer), die Organisation von Aktivitäten wie Tierfütterung, Erntebeteiligung oder Hofführungen sowie die Vermarktung regionaler Produkte im eigenen Hofladen oder Café.
- Vor dem Start ist eine Pre-Launch-Checkliste essenziell: Sind alle Unterkünfte fertiggestellt und ausgestattet?
- Wurden die Aktivitätsangebote (z.B. Reitmöglichkeiten, Ernteaktionen) geplant und getestet?
- Sind Hygiene- und Sicherheitsstandards für Gäste und Tiere gewährleistet?
- Ist die Online-Präsenz (Website, Buchungsplattformen) eingerichtet?
Ein strukturierter Ablauf vor der Eröffnung minimiert Risiken und sorgt für einen reibungslosen Start.
Meilensteine: 90-tage- und quartalsziele
Für einen Agrotourismusbetrieb empfiehlt sich die Festlegung klarer Meilensteine in den ersten 90 Tagen sowie für jedes Quartal. In den ersten drei Monaten stehen meist folgende Ziele im Fokus:
- Erste Gäste begrüßen und Feedback einholen
- Optimierung der Abläufe bei Unterkunft und Aktivitäten
- Aufbau von Kooperationen mit lokalen Lieferanten (z.B. Bäckereien, Metzgereien)
- Testlauf für den Hofladen oder das Hofcafé
Quartalsweise sollten die Auslastung der Unterkünfte, die Umsätze aus Direktvermarktung und die Kundenzufriedenheit analysiert werden. Daraus lassen sich Verbesserungsmaßnahmen und neue Angebote ableiten.
Personalbedarf, lieferanten und genehmigungen
Der Personalbedarf hängt von der Größe des Betriebs und dem Umfang der Angebote ab. Häufig werden Familienmitglieder eingebunden, zusätzlich können saisonale Hilfskräfte für Reinigung, Gästebetreuung oder die Landwirtschaft benötigt werden. Die Auswahl zuverlässiger Lieferanten für Lebensmittel, Reinigungsmittel und Ausstattung ist entscheidend für einen reibungslosen Betrieb.
Die Strukturierung Ihrer Executive Summary, Marktanalyse und Cashflow-Prognosen ist einfacher mit einem speziell entwickelten Businessplan für Agrotourismusbetrieb.
In Deutschland sind verschiedene Genehmigungen und Vorschriften zu beachten. Dazu zählen:
- Baugenehmigungen für Umbauten oder Neubauten von Gästeunterkünften
- Lebensmittelhygiene-Verordnungen für Hofläden und Cafés
- Gewerbeanmeldung für touristische Angebote
- Brandschutz- und Sicherheitsauflagen
Die Einhaltung dieser Vorschriften ist Voraussetzung für einen legalen und sicheren Betrieb.
Risikomanagement und kontinuierliche verbesserung
Ein Businessplan Agrotourismusbetrieb sollte auch Ansätze zum Risikomanagement enthalten. Typische Risiken sind Schwankungen bei der Auslastung (z.B. saisonale Nachfragerückgänge), Wetterabhängigkeit bei Outdoor-Aktivitäten oder gesetzliche Änderungen im Tourismus- und Landwirtschaftsrecht. Strategien zur Risikominimierung umfassen:
- Flexible Preisgestaltung je nach Saison und Nachfrage
- Entwicklung von Schlechtwetter-Alternativen (z.B. Indoor-Workshops, Kochkurse)
- Regelmäßige Überprüfung und Anpassung des Angebots auf Basis von Gästefeedback
Durch Test- und Verbesserungszyklen – etwa nach jeder Saison – kann der Betrieb kontinuierlich optimiert und an die Bedürfnisse der Zielgruppe angepasst werden. So bleibt der Agrotourismusbetrieb wettbewerbsfähig und wirtschaftlich stabil.

Finanzprognose und kennzahlen für den businessplan agrotourismusbetrieb
Budgetplanung und umsatzprognose für die ersten jahre
Ein Businessplan Agrotourismusbetrieb sollte eine detaillierte Budgetplanung für die ersten drei bis fünf Jahre enthalten. Die wichtigsten Einnahmequellen sind Übernachtungen (Ferienwohnungen, Zimmer), Zusatzleistungen wie geführte Aktivitäten (z.B. Reiten, Ernte, Tierfütterung) sowie der Verkauf regionaler Produkte im Hofladen oder Hofcafé. Die durchschnittlichen Preise für eine Übernachtung liegen bei 50 bis 85 Euro pro Person und Nacht, abhängig von Ausstattung und Saison.
- Jährliche Auslastung: Für die Kalkulation empfiehlt sich eine konservative Annahme von 30–40% Auslastung im ersten Jahr, steigend auf 50–60% ab dem dritten Jahr.
- Zusatzumsätze: Einnahmen aus Aktivitäten und Direktvermarktung können 10–25% des Gesamtumsatzes ausmachen.
- Fixkosten: Dazu zählen Instandhaltung, Personal, Marketing, Versicherungen und laufende Betriebskosten.
- Investitionen: Anfangsinvestitionen für Umbauten, Ausstattung und Marketing sollten im Budget klar ausgewiesen werden.
Gewinn- und verlustrechnung, bilanz und cashflow-planung
Die Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) bildet die erwarteten Umsätze und Kosten ab und zeigt, ab wann der Betrieb profitabel arbeitet. Im Businessplan Agrotourismusbetrieb sollte die GuV jährlich für mindestens drei Jahre dargestellt werden. Die Bilanz gibt einen Überblick über Vermögenswerte (z.B. Gebäude, Ausstattung) und Verbindlichkeiten (z.B. Kredite).
Ein Cashflow-Plan ist essenziell, um Liquiditätsengpässe zu vermeiden. Besonders in der Anlaufphase, wenn Investitionen anfallen und die Auslastung noch steigt, ist ein ausreichender Liquiditätspuffer wichtig. Typische Zahlungsströme ergeben sich aus saisonalen Schwankungen, da die Hauptsaison meist im Frühjahr und Sommer liegt.
Break-even-analyse und DSCR für agrotourismusbetriebe
Die Break-even-Analyse zeigt, ab welcher Auslastung der Betrieb die Gewinnzone erreicht. Bei einem durchschnittlichen Übernachtungspreis von 70 € und 10 Betten ergibt sich bei 40% Auslastung und 220 Betriebstagen ein Umsatz von rund 61.600 € pro Jahr. Die Fixkosten (z.B. Personal, Instandhaltung) sollten so kalkuliert werden, dass der Break-even möglichst im zweiten oder dritten Jahr erreicht wird.
Der Debt Service Coverage Ratio (DSCR) misst die Fähigkeit, Zins- und Tilgungszahlungen aus dem operativen Cashflow zu bedienen. Ein Wert von mindestens 1,2 gilt als solide. Für Agrotourismusbetriebe empfiehlt sich, diesen Wert im Businessplan zu berücksichtigen, um die Finanzierungsfähigkeit gegenüber Banken oder Förderstellen zu belegen.
Typische kennzahlen und benchmarks im agrotourismus
- Auslastung: 30–60% je nach Standort und Angebot
- Umsatz pro verfügbarem Zimmer (RevPAR): 25–50 €
- Zusatzumsatz durch Aktivitäten und Direktvermarktung: 10–25% des Gesamtumsatzes
- Gewinnmarge: 10–20% nach Anlaufphase
- Investitionsvolumen: Stark abhängig vom Ausgangszustand, oft 50.000–200.000 € für Umbau und Ausstattung
Regelmäßige Test- und Verbesserungszyklen sind ratsam: Nach jeder Saison sollten Auslastung, Gästefeedback und Wirtschaftlichkeit analysiert und das Angebot entsprechend angepasst werden. So bleibt der Agrotourismusbetrieb wettbewerbsfähig und kann seine Wirtschaftlichkeit nachhaltig sichern.

Häufig gestellte Fragen zum Agrotourismusbetrieb
Wie viel Startkapital wird für einen Agrotourismusbetrieb benötigt?
Die Höhe des Startkapitals für einen Agrotourismusbetrieb hängt stark vom Umfang der geplanten Unterkünfte und Aktivitäten ab. Da das Angebot von einfachen Gästezimmern bis hin zu modernen Fincas mit Pool und Spa reicht, variieren die Investitionskosten entsprechend. Eine genaue Summe lässt sich nur anhand individueller Planung und Ausstattung ermitteln.
Welche Bankkennzahlen sind für den Businessplan eines Agrotourismusbetriebs entscheidend?
Für den Businessplan eines Agrotourismusbetriebs sind insbesondere Kennzahlen wie die Eigenkapitalquote, die Rentabilität und die Liquidität relevant. Auch der Deckungsbeitrag und die Auslastung der Unterkünfte spielen eine wichtige Rolle bei der Bewertung der Wirtschaftlichkeit.
Wie werden Preise und Nachfrage für einen Agrotourismusbetrieb kalkuliert?
Die Preise für einen Aufenthalt im Agrotourismusbetrieb orientieren sich am regionalen Markt und dem gebotenen Komfort. Durchschnittlich liegen die Kosten bei etwa 50 bis 85 Euro pro Person und Nacht. Die Nachfrage wird maßgeblich durch die Zielgruppe, das Angebot an Aktivitäten und die Lage beeinflusst.
Ist ein 3- oder 5-Jahres-Plan für den Businessplan eines Agrotourismusbetriebs sinnvoll?
Ein 3- oder 5-Jahres-Plan ist für den Businessplan eines Agrotourismusbetriebs sinnvoll, um die Entwicklung der Einnahmen, Investitionen und Auslastung realistisch abzubilden. Langfristige Planung hilft, saisonale Schwankungen und Investitionsphasen besser zu steuern.
Welche Fehler sollten Gründer beim Businessplan für einen Agrotourismusbetrieb vermeiden?
Gründer sollten vermeiden, die Nachfrage zu überschätzen oder die Kosten für Umbau und Ausstattung zu unterschätzen. Auch eine unzureichende Marktanalyse und fehlende Kalkulation der laufenden Betriebskosten können die Wirtschaftlichkeit gefährden.
Wie funktioniert das Controlling im ersten Jahr eines Agrotourismusbetriebs?
Im ersten Jahr ist ein regelmäßiges Controlling wichtig, um die Auslastung der Unterkünfte, die Einnahmen aus Zusatzangeboten und die Betriebskosten im Blick zu behalten. So können Abweichungen frühzeitig erkannt und das Geschäftsmodell bei Bedarf angepasst werden.
Quellen
- Agritourismus/Agrotourismus
- Agrotourismus – Was ist das? Mit Insidertipps
- Agrotourismus | Was ist das? | Glossar
- Agrotourismus: Beliebtesten Reiseziele für deinen Urlaub
- Agrotourismus: Urlaub auf dem Bauernhof für Erwachsene …
- Die besten Agritourismus-Betriebe mit Pool
- Was ist Agrotourismus? | Alle wichtigen Infos zu …
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Artikel geschrieben am 05/03/2026

Stefano Ventura — Gründer von Bsness, einem Softwareunternehmen, das in Deutschland, Frankreich, Spanien, England und Italien tätig ist. Er hat einen Abschluss in Wirtschaftswissenschaften und ist qualifizierter Wirtschaftsprüfer. Nach einer erfolgreichen Karriere mit Spezialisierung auf Budgets und Businesspläne widmet er sich nun vollständig der Entwicklung von Bsness.